Lichtenstein liest vor – Lesen und Entdecken in Kombination | 12. Juli. 2026

Lichtenstein liest vor – Lesen und Entdecken in Kombination

Am 24. März 2026 wurde Lichtenstein – wie bereits im letzten Jahr – wieder zur großen Lesebühne: Die Grundschule Lichtenstein veranstaltete ihren diesjährigen Vorlesetag – und die Schülerinnen und Schüler der Klassen 2 bis 4 waren mittendrin. Gutgelaunt machten sie sich zu Fuß mit einigen Eltern und Lehrerinnen auf den Weg durch den Ort und entdeckten an zahlreichen Stationen die Freude am Lesen neu.

Ob im Reitzentrum, bei der Feuerwehr, auf dem Dachboden der Brögerschule oder sogar unter einem Baum im Büchereigarten– überall erwarteten engagierte Vorleserinnen und Vorleser die Kinder mit abwechslungsreichen Geschichten und besonderen Einblicken.

Die Begeisterung der Kinder war dabei deutlich spürbar. „In der Alten Schule gab es kleine Tafeln zum Draufschreiben“, berichtete ein Kind aus der 4a fasziniert, „nur das Kratzgeräusch beim Draufschreiben war richtig unangenehm.“ Ein anderer Viertklässler zeigte sich besonders beeindruckt von einem Yamaha-Mofa in der Schrauberwerkstatt: „Herr Schempp hat sogar extra für uns den Motor gestartet!“ Ein anderes Kind erzählte: „Wir sind durch das ganze Rathaus gelaufen und haben alle Räume angeschaut, auch das Archiv und das Büro von meiner Mutter!“

Besondere Erlebnisse boten auch die drei Kirchen: Vorgelesen wurde unter anderem auch auf dem Dachboden und in der Sakristei der Johanneskirche. In der Erlöserkirche durften die Kinder sogar die Orgel ausprobieren und in eine einzelne Orgelpfeife hineinblasen. „Bei den Pfeifen gibt es Lippen, wie bei einem Mund“, erklärte ein Junge anschließend fachmännisch. Passend dazu hörten sie die Geschichte von den „hungrigen Orgelpfeifen“.

Für eine ganz andere Stimmung sorgte der Besuch im Keller des Gasthauses Stern, wo Herr Blötscher bei Kerzenschein eine Geistergeschichte vorlas. „Der Keller ist schon 250 Jahre alt“, stellte ein Kind bei der anschließenden Reflexion beeindruckt fest.

Einem Viertklassmädchen blieb besonders in Erinnerung, dass es im Blumenladen „Blatt und Blüte“ so gut roch und Frau Bertsch passend dazu das Buch „Frau Honig“ vorlas. Die Texterin Frau Wandel beeindruckte die Kinder sehr, weil sie „aus einem Buch vorlas, das sie selbst geschrieben hat.“ Im Alten Rathaus Oberhausen trug Frau Nußbaum gekonnt die Geschichte von Martin Musers Schurken Schnapp AG vor (natürlich nicht ohne die Frage, ob sie wirklich die Frau des Bürgermeisters sei 😊).

Ruhiger waren die Begegnungen zwischen Kindern und Vorlesenden im Seniorenzentrum Martha-Maria. Reihum lasen Seniorinnen eine fortlaufende Geschichte vor. Der offene Austausch über Kindheit und Leben früher und heute war für Jung und Alt sehr berührend. „Ihr habt so eine nette Lehrerin, solche hatten wir früher nicht“, das gab eine Bewohnerin den Kindern noch mit auf den Weg.

Einen Zugang zur nicht ganz einfachen Geschichte vom Kalten Herz fanden die Kinder im Hauffmuseum. Nicht nur die kindgerechten Darstellungen in Bilderbüchern wurden bestaunt, auch alte Holzstiche und andere Illustrationen sprachen die Schülerinnen und Schüler an. „Ich war mir nicht sicher, ob die Geschichte für die Grundschule passt. Aber die Kinder waren voll dabei und haben sich für alles genau interessiert“, freute sich Frau Brandt.

Ein Reisebus als Vorleseort? Erneut durften sich Kinder in den bequemen Sitzen der Busse der Firma Vöhringer zurücklehnen und ihre Fantasie auf Reisen schicken als es hieß „Ein Schulbus hebt ab“. Am Honauer Bahnhof stand natürlich eine alte Dampflock im Mittelpunkt der gelesenen Geschichten. Außerdem gab es auf dem Gelände rund um den Bahnhof so manches aus einer anderen Zeit zu entdecken. „Die alten Waggons waren ja riesig. Und man hat richtig gesehen, dass sie schon sehr alt sind!“, staunte eine Zweitklässlerin. Deutlich zeitgemäßer gings hingegen auf dem Bauhof zu mit der riesigen Werkstatt, dem neuen Silo und den eindrucksvollen Mähmaschinen und Winterdienstfahrzeugen.

Mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Geschichten und der Erkenntnis, dass Lesen überall stattfinden kann, kehrten die Kinder schließlich in die Schule zurück.

Ein besonderer Dank gilt allen Vorleserinnen und Vorlesern, allen, die ihre Räume zur Verfügung gestellt haben, den zahlreichen Eltern, die Kindergruppen begleitet haben, dem Kollegium sowie Frau Brenner und Frau Lengerer für die Gesamtorganisation!

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